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Das europäische Satellitennavigationssystem Galileo

In seinem Ursprung wurde das europäische Satellitennavigationssystem Galileo für die zivile Verwendung konzipiert und unterliegt nicht der Kontrolle des Militärs, wie es bei dem NAVSTAR-GPS aus den USA und dem GLONASS-System aus Russland der Fall ist. Im Aufbau weist Galileo große Ähnlichkeiten mit den Systemen aus den USA und Russland auf. Das europäische Satellitennavigationssystem ist auf der Grundlage von insgesamt 30 Satelliten und einem Netz von Bodenstationen aufgebaut, wovon jedoch drei Satelliten nur als Ersatz dienen. Die Satelliten umkreisen die Erde in einer Höhe von ungefähr 23.260 Kilometern. Die Empfänger sind kaum größer als eine Maus von einem Notebook und können die Position aus den gefunkten Signalen der Satelliten mit einer Treffsicherheit von etwa vier Metern bestimmen. Werden noch zusätzliche Informationen und / oder Dienste eingesetzt, so lässt sich die Genauigkeit der Position sogar bis auf wenige Zentimeter bestimmen, wie es bei anderen Navigationssystemen der Fall ist, die von Satelliten unterstützt werden.

Die Testsatelliten von Galileo

Die Entwickler von Galileo waren beim ersten Testsatelliten natürlich auf das Ergebnis gespannt und die Aufregung wuchs ähnlich wie bei einem Poker Spiel. Gestartet wurde der erste Satellit GIOVE-A1, welches die Abkürzung für Galileo In-Orbit Validation Element ist, am 28. Dezember 2005 in Kasachstan in Baikonur vom Raumfahrtzentrum um exakt 5.19 UTC. Die heute gültige Weltzeit wird international als UTC bezeichnet, es ist die koordinierte Weltzeit, die bereits im Jahr 1968 eingeführt wurde. Seinen planmäßigen Betrieb nahm der erste Testsatellit in einer Höhe von 23.222 Kilometern auf.

Der zweite Testsatellit mit der Bezeichnung GIOVE-B wurde gleichermaßen vom Raumfahrtzentrum in Kasachstan in Baikonur gestartet. Der Start fand um 22.16 UTC am 26. April 2008 statt. Auch hierbei stieg natürlich die Spannung, ähnlich wie beim Texas Hold´em Poker Spiel um hohe Beträge. Natürlich war hier der Einsatz noch höher, aber dafür mussten nicht so viele Ergebnisse bedacht werden wie es beim Poker der Fall ist. Ob nun ein Drilling oder ein Flush herauskommt musste nicht mit bedacht werden. Es ging nur um gewinnen oder verlieren. Der zweite Testsatellit verfügt über eine zusätzliche Nutzlast und zwar über Laser Retroreflektoren, mit denen die exakte passive Wasserstoff-Masser-Atomuhr und gleichzeitig die akkurate Bahnvermessung erfolgt. Zu Anfang traten einige Probleme bei dem Ausrichten auf die Sonne beim zweiten Testsatelliten auf, der Grund hierfür waren einige Schwierigkeiten mit der vorhandenen Software, die jedoch zügig behoben werden konnten. Bereits nach wenigen Tagen, genauer gesagt am 7. Mai 2008, wurden die ersten hochgenauen Navigationssignale gesendet.

Die Aufnahme der ersten vier Satelliten von Galileo

Nicht vor dem Jahr 2011 werden die ersten vier Satelliten von Galileo in den Probebetrieb aufgenommen. Die Bereitstellung wird mit wenigstens 3,6 Milliarden Euro für die gesamten Kosten veranschlagt, die jedoch auch noch höher ausfallen können. Der Test für die Empfänger von Galileo wird durch das Projekt Gate erst ermöglicht. Dieses Projekt betreibt terrestrische Funkanlagen im Gebiet von Berchtesgaden. Dabei werden Signale ausgesendet, die in der Zukunft genauso von dem europäischen Satellitennavigationssystem erwartet werden. Der Pokereinsatz scheint sich zu rentieren, wie das Spiel weitergeht ist nun noch abzuwarten.

Foto: © Dieter Schütz – www.pixelio.de

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