Galileo als Hauptthema in Kopenhagen
Was heute bereits in aller Munde ist, war im Jahr 2002 noch Zukunftsmusik: das zivile Satellitennavigationssystem Galileo. Damals noch in der Ausarbeitung und Testphase war Galileo das Highlight der 2002 in Kopenhagen stattfindenden Fachtagung SCMIS Konferenz zum Thema Satellitennavigation. Dabei konnten die damaligen Veranstalter der Nordischen Gesellschaft für Navigation Experten als Sprecher zum Thema Galileo verpflichten. ESA, die europäische Raumfahrtgesellschaft, und die Europäische Kommission waren zu einem Vortrag vor der Fachschaft bereit. Schließlich handelte es sich bei Galileo um ein Gemeinschaftsprojekt von ESA und EU, die damit das erste zivile Satellitennavigationssystem geschaffen haben. Da Galileo erst ab 2011 der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung stehen wird, war das Interesse an ersten Informationen zum Stand der Entwicklung bei der SCMIS Konferenz überwältigend.
![]()
Arbeitsweise von Galileo
Bei der SCMIS Konferenz wurde erstmals die Arbeitsweise von Galileo vorgestellt. Das Arbeitsprinzip unterscheidet sich nicht wesentlich von dem seiner Vorgänger, allerdings hält Galileo insgesamt 30 Satelliten im Weltall bereit. Wie andere Satelliten, senden auch die von Galileo, ihre Positionsdaten, mit deren Hilfe ein Empfängergerät, das nicht größer als fünf Zentimeter sein muss, seine Position bestimmen kann. Das System von Galileo ist so ausgeklügelt, dass es gelingt, Positionen zentimetergenau festzulegen.
Konkurrenz zu anderen Satellitennavigationen
Vom Aufbau her kann Galileo stark mit dem amerikanischen GPS und dem russischen Golnass verglichen werden. Allerdings handelte es sich bei diesen beiden Konkurrenten um ursprünglich für militärische Zwecke konzipierte Satellitennavigationen und somit unterliegen diese strengster militärischer Kontrolle. Bei Galileo gestaltet dies sich anders. Es wurde eigens für den zivilen Bereich entworfen und beauftragt und auch wenn es niemals frei nutzbar sein wird, so bleibt die größte militärische Zensur Galileo jedoch erspart.
Warum Galileo?
Bei der SCMIS Konferenz konnte man nicht nur einiges an Informationen zum Arbeitsprinzip von Galileo und zu seiner Konkurrenz erfahren, sondern sich auch darüber austauschen, welche Ziele man mit Galileo verfolgt und wo die Einsatzbereiche liegen sollen. Der größte Einsatzbereich wird natürlich in der Verkehrsbranche angesehen. Ob nun im Luft- oder Seeverkehr oder aber im Privatgebrauch für die Straßennutzung, Galileo wird in erster Linie als präzise Satellitennavigation im Transportwesen dienen. Darüber hinaus möchte man Galileo auch wieder in den Staatsdienst stellen. Ein verschlüsselter Zugang soll für Geheimdienste, Polizei und abermals Militär zur Verfügung stehen und dem Privatverbraucher unzugänglich bleiben.
Als optimale Ergänzung ist für Galileo außerdem eine Kooperation mit anderen Satellitennavigationen geplant. In Zusammenarbeit mit zwei weiteren Navigationssystemen möchte man eine weltweite Ortung von Notrufsendern möglich machen und eine Rückmeldeoption des Empfängers an den Notrufsender erstmals eröffnen.
Foto: © O. Fischer / pixelio.de
You must be logged in to post a comment.