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Unterschiede zwischen Galileo und GPS

Die Fachkonferenz über Globale Navigationssatellitensysteme  in Kopenhagen ganz im Zeichen des zur der Zeit im Entwicklungsstadium befindlichen neuen Satellitensystem Galileo, einem Gemeinschaftsprojekt der Europäischen Weltraumorganisation ESA und der Europäischen Union. Dabei konnte man sich 2002 nicht nur über die Arbeitsweise und die Forschungsstände bezüglich Galileo informieren, sondern man war auch darauf bedacht die Unterschiede zum amerikanischen Navigationssystem GPS zu verdeutlichen.

Unterschiede in der Präzision

Lange Zeit war das amerikanische GPS, Global Positioning System, das einzige frei zugängliche Navigationssystem der Welt. Mit Galileo hat die USA europäische Konkurrenz bekommen. Die Arbeitsweise beider Satellitennavigationssysteme unterscheidet sich nur unwesentlich. Allerdings sind erhebliche Verbesserungen bezüglich der Präzision bei Galileo zu erkennen.

Das amerikanische GPS hat seinen Ursprung in den 1970er Jahren und entsprechend diesem beachtlichen Alter muss man bei GPS Abstriche in der Genauigkeit machen. Gerade in dicht besiedelten und bebauten Regionen erhalten GPS Empfänger gegebenenfalls keine Verbindung zu GPS Satelliten. Entsprechend können keine Positionsbestimmung und schließlich auch keine Navigation erfolgen. Bei erfolgreicher Kontaktherstellung zwischen Sendersatellit und Empfängergerät besteht in der Regel eine Positionsdiskrepanz von etwa zehn Metern. Bei Galileo möchte man diese Abweichungen gänzlich abschaffen. Die neue Satellitennavigation Europas strebt eine zentimetergenaue Ortung an. Auch dicht bebaute oder mit Bäumen gesäumte Gebiete sollen keine Unterbrechung der Kontakte zwischen Sender und Empfänger bewirken.

Auch im Bezug auf die Zeitmessung soll Galileo präziser werden als der US amerikanische Konkurrent GPS. Dies ist deshalb wichtig, weil bei der Navigation dem Zeitfaktor eine enorme Bedeutung zukommt.

Serviceanwendung für den Endverbraucher

Anders als GPS soll Galileo nicht nur eine reine Ortungs- und Navigierungsfunktion beinhalten, sondern auch einen erweiterten Service für die Anwender anbieten. So ist es möglich, sich mittels der Satellitennavigation durch Galileo über Sehenswürdigkeiten, Lokalitäten oder Serviceeinrichtungen zu informieren und sich dorthin navigieren zu lassen.

Trotz Unterschiede setzt man auf Kompatibilität

Obwohl es sich bei Amerikas GPS und dem europäischen Galileo eigentlich um Konkurrenten handelt und Europa drauf und dran ist den USA im Bereich der Satellitennavigation den Rang abzulaufen, hat man sich dazu entschieden nicht in offene Konkurrenz zueinander zu treten sondern eine Zusammenarbeit anzustreben. Natürlich ist dies bei zwei so gleichen Satellitennavigationssystemen sehr schwer zu realisieren. Dennoch können USA und Europa bei der Satellitennavigation voneinander profitieren.

GPS und Galileo greifen in ihrer Ursprungsform auf ihre eigenen Satelliten zurück. Die Zusammenarbeit soll nun aber so weit gehen, dass NASA und ESA in Zukunft Empfängergeräte einrichten und auf den Markt bringen wollen, die auf die Satelliten von beiden Systemen zugreifen können. Dadurch verbessert man einerseits erneut die Präzision bei der Ortung, andererseits werden Versorgungslücken bestimmter Regionen, die gegebenenfalls von der Satellitennavigation abgeschnitten sind, geschlossen.

Foto: © Peashooter / pixelio.de

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